05.02.2026

Gemeinden setzen auf Caring & Sharing

Soziale Salzburger Gemeinden: Unter diesem Titel lud die Gemeindeentwicklung zum Austauschtreffen, um das Thema „Caring & Sharing Communities“ näher zu beleuchten.

Gemeinden setzen auf Caring & Sharing

Soziale Salzburger Gemeinden: Unter diesem Titel lud die Gemeindeentwicklung zum Austauschtreffen, um das Thema „Caring & Sharing Communities“ näher zu beleuchten.

Landesrätin Mag. Daniela Gutschi lenkte zu Beginn den Blick auf die steigenden sozialen Herausforderungen wie etwa Einsamkeit, Unsicherheit und einen wachsenden Bedarf an sozialer Unterstützung, welche die aktive Stärkung der Gesellschaft erfordern. Die ehrenamtliche Arbeit sei hier als „Rückgrat der Gesellschaft“ besonders wichtig. 

Mag. Elisabeth Frommel von der „SPES Zukunftsakademie“ in Oberösterreich präsentierte dazu in ihrem Vortrag einen umfassenden Überblick sowie konkrete Projektbeispiele – manche davon überraschend einfach und gleichzeitig effektiv in der Umsetzung. Bei Betrachtung der demographischen Entwicklung in der Prognose der nächsten Jahrzehnte ist es offensichtlich, dass aktiv etwas geschehen muss. Die Lebenserwartung steigt, und es soll nicht versäumt werden, Aktionen zu setzen, welche Menschen darin unterstützen, so lange wie möglich in ihrem Zuhause bleiben zu können. Erst mit tatsächlichem Pflegebedarf sollte ein Betreuungsplatz notwendig werden. In der Realität zeigt sich, dass es oft schon an kleinen Problemen liegt, welche Menschen verfrüht in Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren bringen.

Füreinander sorgen

In einer Caring Community herrscht das simple Prinzip, dass Menschen sich gegenseitig unterstützen und füreinander sorgen, nicht nur in Bezug auf praktische Erledigungen, sondern auch, um die Teilhabe von allen Menschen in der Gesellschaft zu sichern.
Elisabeth Frommel beschreibt die Grundpfeiler einer sorgenden Gemeinschaft folgendermaßen: niederschwellige Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, persönliche Begegnungen, aktivierende Freizeitgestaltung, (altersgerechtes) Wohnen. In vielen Gemeinden wird dies bereits sehr erfolgreich umgesetzt. 

Diskussion im World Café

In den Diskussionsgruppen im World Café wurde mit Sozialbeauftragten und Vertretungen verschiedenster Einrichtungen diskutiert, wie man eine sorgende Gemeinschaft tatsächlich aufbaut, welche Projekte sich eignen, um Solidarität zu stärken, wie man Menschen für Engagement im Ehrenamt motivieren kann und vieles mehr. 

Die wichtigsten Erkenntnisse kurz zusammengefasst: 
•    Eine der Herausforderungen ist es, die Beteiligten erfolgreich miteinzubeziehen – das gilt sowohl für die unterstützenden Ehrenamtlichen, als auch für die älteren Menschen. Gezieltes Ansprechen von Zugezogenen und noch nicht aktiven Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürgern hat sich oft bewährt. Verantwortung sollte geteilt werden, ein bestehendes aktives Vereinsleben ist hilfreich, aber auch neue und jüngere Mitglieder sollten integriert werden. 
•    Für den Austausch der verschiedenen Gruppen in einer Gemeinde ist auch die Infrastruktur von großer Bedeutung – sowohl bezüglich der Räumlichkeiten, der Mobilität, als auch hinsichtlich der Unterstützung von sozialen Vereinen und Aktivitäten durch die Gemeinde. 

Die Zukunft liegt im Miteinander

Fazit der Gespräche: Die Zukunft liegt im Miteinander, und es liegt an uns, dies aktiv mitzugestalten. Manchmal machen kleine Handlungen – ein Gespräch, Hilfe beim Einkaufen oder eine Mitfahrgelegenheit zum Seniorentreffpunkt – einen großen Unterschied. Weitere erfolgreiche Aktivitäten sind zum Beispiel Nachbarschaftshilfe jeglicher Art, Besuchsdienst, Notfall-Karten, ein gemeinsam organisierter Mittagstisch in der Gemeinde, Zeitbank-Projekte, niederschwellige Treffpunkte bzw. Angebote für Ältere je nach Gesundheitszustand, Erzählcafé u.v.m.
Im Idealfall wird älteren Menschen nicht nur geholfen, sondern eine Rolle gefunden, in der sie selbst etwas zurückgeben können, und sich nicht nur als Hilfesuchende sehen – gleichzeitig steigen der persönliche Austausch und die gesellschaftliche Teilhabe für beide Seiten. Vereinsamung und Krankheiten können durch Austausch vorgebeugt werden. 

Aber auch die freiwillig Helfenden brauchen Unterstützung und Wertschätzung, Überforderung sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Zudem macht es Sinn, Mitarbeitende von Arztpraxen und Apotheken miteinzubeziehen. Die Unterstützung der Gemeindepolitik ist wesentlich. Sehr wichtig, so der Tenor, ist auch die Möglichkeit der Weiterbildung für die Ehrenamtlichen – hier kann auch das Bildungsprogramm des Salzburger Bildungswerks (im Speziellen die Vereinsakademie) wertvolle Unterstützung anbieten. 

Familienfreundliche Gemeinde, Gesunde Gemeinde und Zukunftsraum Gemeinde konnten für das Austauschtreffen als Kooperationspartner gewonnen werden. 
 

Kontakt
Mag. Gerda Böck-Magos
Tel: 0662-872691-23
E-Mail: [email protected]
 

Motivbild: AdobeStock
Foto: GE

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